Region: Lahn-Taunus
Von der Burg im Lahntal ist zum ersten Mal im Jahre 1243 die Rede. Zu dieser Zeit fand sie ihre erste urkundliche Niederschrift als Erbbesitz der Gräfin Mechthild von Sayn. Damals handelte es sich um eine Wasserburg. Schon nach geraumer Zeit vermachte Mechthild den größten Teil ihres Besitzes dem Erzbistum Köln, darunter auch ihren Burgbesitz an der Lahn.
Als der Kölner Erzbischof die Adelsfamilie von Langenau als Lehensritter mit seinem neuen Besitz betraute, kam die Burg zu ihrem Namen, den sie bis heute bewahren konnte. Die Familie stammte aus einer Seitenlinie des Laurenburger Clans und schon bald machte sie aus ihrem Lehen eine blühende Ganerbengemeinschaft. Bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts war die Langenauer Sippe so stark angewachsen, dass sie eine neue größere Burg errichtete - Neu Langenau. Bis 1613 verblieb die Burg in deren Besitz, aber dann starb die Familie aus. Es folgten viele Generationen von Burgbewohnern, unter anderem die Familie Marioth, die aus der alten Burg ein ansehnliches Schlösschen machte. Von Bedeutung wurde 1847 auch die Gräfin Giech, eine Tochter des preußischen Ministers Freiherr vom und zum Stein, die das Schloss 1851 zu einem Kranken- und Rettungshaus für verwahrloste Kinder umgestaltete. Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt Schloss Langenau im Wesentlichen im 14. und im 15. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert wurde die Anlage durch die wunderschönen Wirtschaftsgebäude aus Fachwerk erweitert. 1698 entstand das Schloss der Marioths, das aber noch viel mittelalterliche Bausubstanz bewahrte.
Wer heute als Kunstkenner das Innere des Schlosses betritt, ist erstaunt über die kunstfertigen Stuckarbeiten. Der Burgenhistoriker hingegen ist erfreut über die gut erhaltene Schildmauer aus dem 14. Jahrhundert und die Zwingeranlage mit ihren Geschütztürmen. Das weitläufige Schlossensemble beherbergt ein Restaurant, ein Café und ein Weingut.
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