Region: Pfalz

Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße

Wie so oft waren es auch hier die Römer, die um 350 nach Christi auf dem heutigen Schlossberg eine Höhensiedlung begründeten. Die einzigartige Lage des Bergkegels veranlasste im Mittelalter die Salischen Kaiser, über den antiken Ruinen eine Reichsburg zu erbauen, welcher sie den Namen Kestenburg (Kastanienburg) verliehen. So geschehen um das Jahr 1100. Bis zum Ende des 11. Jahrhunderts wurden die Gaugrafen der Ardennen mit der Kastanienburg belehnt.
Auch die Staufischen Kaiser bemühten sich um die Burg. Unter ihrer Hoheit wurde die Reichsfeste um ein Vielfaches vergrößert. Von 1100 bis 1793 wurden die fürstlichen Bischöfe von Speyer für einen langen Zeitraum ihre Burgherren. Eine dunkle Zeit für die Kastanienburg brach mit den Bauernkriegen heran, in deren Verlauf sie 1525 von aufständischen Bauern geplündert wurde. Dazu kamen die ausgedehnten Pfälzer Raubzüge des Markgrafen Albrecht Alikibiades von Brandenburg-Kulmbach, dessen Zerstörungswut unter anderem 1552 die Kastanienburg zum Opfer fiel.
Weitere Zerstörungen erfolgten im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1688/89 durch die französischen Soldaten Ludwigs IV. Danach blieb die Kastanienburg eine Ruine. 1797 kehrten die Franzosen zurück, diesmal als Revolutionsheere unter der Führung ihres jungen Feldherrn Napoleon. Die gesamte Pfalz wurde nun zum französischen Territorium. Nach der Vertreibung der Franzosen und dem Wiener Kongress wurde die Pfalz 1816 bayerisch. Historisch bedeutsam wurde die Burgruine am 27. Mai 1832, als sich dort fast 30.000 Leute aus ganz Deutschland zum "Hambacher Fest" versammelten. Die Redner forderten demokratische Freiheiten und die Einheit Deutschlands. 1842 machten die Pfälzer die Ruine der Kastanienburg dem bayerischen Kronprinzen Maximilian zum Geschenk und tauften sie zu seinen Ehren auf den Namen "Maxburg". Nun sollte die Maxburg zu einem pfälzischen Hohenschwangau ausgebaut werden. Die Arbeiten mussten jedoch aus finanziellen Gründen 1847 beendet werden. Bis nach dem 2. Weltkrieg blieb die Maxburg eine Ruine. Zum 150. Jahrestag des "Hambacher Festes" wurde sie seit 1982 wieder aufgebaut und zu dem kleinen Palast hergerichtet, wie ihn der Reisende heute vorfindet - dem „Hambacher Schloss“. Es entstanden der Festsaal und zwei kleinere Säle.
Auf Wunsch der Denkmalbehörde durften an der Fassade nur Sandstein, Schmiedeeisen und Holz verwendet werden. Seit dem Jahr 2000 ist auch die äußere Ringmauer saniert. Die Dauerausstellung "Ein Fest für die Freiheit" im Hambacher Schloss richtet sich an Jung und Alt. Sie thematisiert, anregend präsentiert durch Computerunterstützung und ausgehend vom "Hambacher Fest" 1832, Stationen der Freiheit und Demokratie in Deutschland.
Öffnungszeiten: Von März bis November täglich von 10-18 Uhr.
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