Region: Mittelrhein
Die Burg Liebenstein wurde zwischen 1284 und 1290 von Albrecht von Lewenstein, einem Sohn des deutschen Königs Rudolf I. von Habsburg (1273-1291), gegründet. Die neue Burg sollte die ältere Burg Sterrenberg an deren gefährdetster Angriffsseite schützen. Zudem wollte Albrecht von Lewenstein, der mit der Bolanderin Luckarda verheiratet war, die Ansprüche des deutschen Königs gegenüber der älteren Burg Sterrenberg untermauern. Sterrenberg war nämlich zu dieser Zeit ein deutsches Königslehen unter Werner II. von Bolanden. Bereits um das Jahr 1300 war aber auch die neue Burg Liebenstein in den Lehenskomplex der Burg Sterrenberg eingebunden. Zu den Lehensherren beider Burgen waren nämlich seit 1295 die Oberhäupter zweier niederadliger Geschlechter geworden, von denen sich eines fortan "von Sterrenberg" und das andere "von Liebenstein" nannte. Zu dieser Zeit kam es zur Hinwendung der Besitzer der nördlichen Burg Sterrenberg an Kurtrier und die der südlichen Burg Liebenstein an Kurmainz. Dieser Epoche entstammt das sowohl irreführende als auch legendäre "Gegeneinander" beider Burgen und die Sage von den "Feindlichen Brüdern", was aber historisch übertrieben scheint.
1320 wurde die Burg Sterrenberg vom Trierer Erbischof und Kurfürsten Balduin von Luxemburg (1307-1354) erworben und Amtssitz des sogenannten "Bopparder Reiches". Burg Liebenstein hingegen hatte sich bald zu einer mächtigen Ganerbenburg entwickelt, hinter deren schützenden Mauern neun Familien wohnten. In der Folge bauten die Trierer eine massive Mauer als Trutzvorrichtung gegen Burg Liebenstein, die heute den Haupteingang überspannt. Die den Mainzer Kurfürsten wohlgesonnenen Liebensteiner gewährten 1346 dem Mainzer Erzbischof Heinrich III. von Virneburg (1328-1346) als auch 1362 dem Mainzer Erzbischof Gerlach von Nassau (1346-1371) politisches Asyl. Wegen der jeweiligen politischen Zugehörigkeiten der Burgen Liebenstein und Sterrenberg ergaben sich sehr wohl Familienstreitigkeiten, die aber nie zu einer kriegerischen Auseinandersetzung führten. Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts verringerte sich die Anzahl der Ganerben beträchtlich und 1510 hatte Phillipp von Liebenstein wieder alle Anteile der Burg in seiner Hand. 1592 gaben die letzten Liebensteiner ihre Burg als Wohnsitz auf und zogen in das neu erbaute Schloss Liebeneck über Osterspay um. Das Verließ im ehemaligen Wohnturm blieb als Gefängnis der Herrschaft Liebenstein-Osterspay bestehen. Als der Familienclan 1637 schließlich ausstarb, fiel die Reichslehensburg an den Habsburger Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) zurück, der sogleich das Mainzer Erzbistum und Kurfürstentum unter Erzbischof Anselm Casimir Wambolt von Umstadt (1629-1647) mit der Lehensherrschaft betraute. Nach dem 30-jährigen Krieg und dem Westfälischen Frieden wurde Burg Liebenstein endgültig dem Mainzer Kurfürstentum zugesprochen. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts blieb die Burg bewohnt, war aber dann einsturzgefährdet und musste aufgegeben werden.
Im Jahre 1793 fiel die Burg Liebenstein als Erbe an die Freiherrn von Preuschen, in deren Besitz sich die Burgruine noch heute befindet.
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