Der Naturpark Südeifel bildet den deutschen Teil des grenzüberschreitenden Deutsch-Luxemburgischen Naturparks, der 1964 durch Staatsvertrag zwischen dem Großherzogtum Luxemburg und dem Land Rheinland-Pfalz gegründet wurde. Er ist der erste grenzüberschreitende Naturpark in Europa. Die Erhaltung der landschaftlichen Eigenart und Schönheit der Südeifel und eines leistungsfähigen Naturhaushalts sowie die Sicherung und Entwicklung des Raumes für die Kurz- und Langzeiterholung bilden die Zielsetzung des Naturparks.
Auf dem Gebiet des Naturparks sind drei Kernzonen mit einer Fläche von jeweils 500 ha ausgewiesen. Ungefähr durch die Mitte des Naturparks verläuft von Nordost nach Südwest eine Trennlinie zwischen zwei Naturräumen mit unterschiedlichem Landschaftscharakter:
Der Nordteil - der Islek - ist noch als Teilgebiet der eigentlichen Eifel anzusehen und wird durch Höhenzüge bis zu 570 m mit rauhem Klima und durch nach Süden immer tiefer eingeschnittene Flusstäler gekennzeichnet. Die nur wenig ertragsfähige Ackerböden ergebenden Gesteinsschichten waren nicht gerade förderlich für die landwirtschaftliche Erschließung des Gebietes, so dass große Teile dieser Region - vor allem in den Höhenlagen - jahrhundertelang unbesiedelt und mit Wald bedeckt blieben. Trotzdem ist im Islek - gerade wegen seines insgesamt rauheren Klimas - ein weitgefächertes Spektrum von Lebensräumen zu finden, beginnend bei Biotopen mit eher nordischer bzw. alpiner Vegetation bis hin zu solchen mit ausgesprochen wärmeliebenden Gesellschaften in sonnenexponierten Lagen.

Naturpark Südeifel


Das sich südlich des Islek anschließende "Bitburger Gutland" weist demgegenüber ein deutlich milderes Klima mit 2 - 3 ° C höheren Durchschnittstemperaturen auf; außerdem sind die Niederschläge geringer. Das günstige Klima und eine in großen Teilen gute Bodenbeschaffenheit fördern die landwirtschaftliche Nutzung. Schon früh wurde das Gebiet besiedelt und ist heute durch geringe Bewaldung, ausgedehnte Äcker und Wiesenflächen gekennzeichnet.
Da das Gutland zu den wärmsten Regionen Mitteleuropas gehört, konnten viele mediterrane Pflanzen- und Tierarten aus dem Süden bis hierher vordringen und haben heute ihre nordwestliche Verbreitungsgrenze in diesem Gebiet. In günstigen Lagen kann man zum Teil sehr seltene Orchideen, Schmetterlinge und weitere Kostbarkeiten der Natur beobachten.
Landschaftlich besonders reizvoll ist das Gebiet des Luxemburger Sandsteins im Süden des Naturparks. In den Tälern von Sauer und Prüm bildet er bis über 30 m hohe, schroff abfallende Felsformationen mit tiefen und breiten Spalten, Klüften, Höhlen und Schluchten. Das zwischen den beiden Flüssen liegende "Ferschweiler Plateau" stellt eine natürliche Festung dar und war schon in der Jungsteinzeit besiedelt.
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