Rechtsträger des seit 1962 bestehenden Naturparks ist der im gleichen Jahr gegründete Verein "Naturpark Rhein-Westerwald e.V.", an dessen Spitze ein ehrenamtlich tätiger Vorstand steht. Die Verwaltungsgeschäfte werden einer im Naturparkgebiet liegenden Kommunalverwaltung übertragen, deren Bürgermeister als ehrenamtlicher Geschäftsführer fungiert. Naturräumlich gehört das Gebiet des rd. 446 qkm großen Naturparks zum Niederwesterwald und ist damit Teil des Rheinischen Schiefergebirges.
Aus dieser Lage resultiert die den besonderen Reiz des Naturparks bewirkende räumliche Dreiteilung: Die Landschaft besitzt an der Westgrenze typischen Mittelrhein-Charakter mit Weinbergen und steilen, sonnigen Felshängen. In östlicher Richtung bildet die windungsreiche Wied mit ihren Prall- und Gleithängen ein abwechslungsreiches, reizvolles Erholungsgebiet, an das sich die den Westerwald charakterisierende wellige Hochfläche anschließt, die hier bis zu 400 m erreicht. Neben dem Rhein und der Wied sind die Täler verschiedener Bachläufe landschaftsprägend und bergen, wie z.B. das als Kernzone des Naturparks ausgewiesene Fockenbachtal, manche botanische Rarität. Weitere Kernzonen sind der Rheinbrohler Wald, ein zusammenhängendes Waldgebiet zwischen Rhein- und Wiedtal, der Heimbacher Wald östlich der Stadt Neuwied, der Märker Wald und die Lahrer Herrlichkeit.
Etwa 45 % der Naturparkfläche ist bewaldet, 34 % wird landwirtschaftlich genutzt; der Rest entfällt auf Wohn-, Verkehrs- und sonstige Flächen. Aus geologischer Sicht besteht das Gebiet des Naturparks aus dem devonischen Grundgebirge, dessen Schichten aus einer Wechselfolge von Grauwacken, Quarziten, Sandsteinen und Tonschiefern gebildet werden. Das Gestein ist von Verwitterungsböden, Löß, Kiesen, Sanden oder Bims überdeckt. Vereinzelt treten Basaltkuppen hervor, während andere Basaltvorkommen dem Abbau anheim gefallen sind. Die hierdurch entstandenen Krater füllten sich mit Niederschlagswasser und im Laufe der Jahre entstanden so wertvolle Biotope. Im Zusammenspiel von Klima, geologischer Beschaffenheit und einer über Jahrhunderte andauernden, z.T. auch wechselnden Nutzung haben sich im Naturparkgebiet bestimmte Landschaftsbestandteile fragmentartig, klein- oder großflächig erhalten bzw.entwickelt. Dazu gehören insbesondere Quellgewässer, Bach- und Flussläufe, Verlandungsbereiche mit Röhrichtbeständen, seggenried-ähnlichen Vegetationen und Kleinseggensümpfen sowie Waldflächen, die zu rd. zwei Drittel auf Laubholzwald entfallen. Auf landwirtschaftlichen Extensivflächen findet man Nass- und Feuchtwiesen, Magerwiesen, Halbtrocken- und Trockenrasen, die ebenso wie Felssteilwände und Weinbergsbrachen typische Lebensräume für Tiere und Pflanzen bilden. Schließlich ist der Naturpark entsprechend seiner Zielsetzung ein großräumiges, naturnahes Erholungsgebiet mit zahlreichen Kurorten und Fremdenverkehrsgemeinden.

Naturpark Rhein-Westerwald


Gut ausgebaute Wanderwege erschließen dem Naturfreund die stille, abwechslungsreiche Landschaft, in der nicht nur eine reichhaltige Flora und Fauna, sondern auch zahlreiche Kulturdenkmäler, wie z.B. Klöster, Kirchen, Burgruinen, Mühlen und Reste des römischen Grenzwalles Limes zu entdecken sind. Die relative Nähe zu den Großräumen Köln/Bonn und Ruhrgebiet macht den Naturpark zu einem idealen Naherholungsgebiet für die dort wohnenden Menschen, die ihr Ziel über die A 3 oder die Verkehrsadern des Rheintals schnell erreichen können.
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