Die Erde verfügt über ein Schwerefeld, das sich im Wesentlichen aus der Gravitation (Massenanziehung) und einem von der Erdrotation verursachten Zentrifugalanteil zusammensetzt. Diese und zahlreiche weitere Einflüsse wie z.B. die örtliche Topographie, der variable Dichteverlauf im Erdinnern oder die Erdgezeiten bewirken, dass das Schwerefeld der Erde örtlichen und zeitlichen Variationen unterliegt.
Das amtliche Schwerefestpunktfeld vermittelt in den Schwerefestpunkten präzise Kenntnisse über das Erdschwerefeld. Unter Schwere wird der Betrag der Fallbeschleunigung an der Erdoberfläche verstanden.
Genaue Schwerewerte werden für die Schaffung moderner Höhensysteme, zur Geoidbestimmung, für Aufgaben der Geophysik, Geologie, Klimaforschung u.v.a.m. benötigt. Darüber hinaus geben die an der Erdoberfläche gemessenen Schwerewerte beim Vergleich mit der Normalschwere (Bougueranomalien) wertvolle Hinweise über die geologischen Strukturen innerhalb der Erdkruste. Die Auswerteergebnisse können landesweit zur Aufdeckung von Lagerstätten (Grundwasserreservoirs, Erdöl, Erze u. a.) genutzt werden.

Schwere
Schwerefestpunktfeld
Das Schwerefestpunktfeld umfasst sämtliche durch relative oder absolute Schweremessungen bestimmten amtlichen Schwerefestpunkte (SFP) des Landesgebiets. Das SFP-Feld bildet die Grundlage für alle amtlichen Schweremessungen, für die Berechnung präziser Normalhöhen sowie für die Bestimmung der Höhenbezugsflächen. Hochgenaue Schwerewerte werden beispielsweise aber auch für die Eichung von Präzisionsmessanlagen in Labors benötigt.
Das Schwerefestpunktfeld ist in Hierarchiestufen (1. bis 3. Ordnung) untergliedert. Die einzelnen Ordnungen unterscheiden sich durch die Messverfahren und die Genauigkeit der Schweremessungen.
Das rheinland-pfälzische Schwerenetz besteht derzeit aus ca. 7.000 SFP.
